Es gibt diese kleinen Zwischenräume im Alltag, die man nur dann bemerkt, wenn man sie bewusst füllt. Für mich ist das die Wartezeit an der Bushaltestelle, nachdem ich meine Tochter morgens mit dem Regionalbus in den Kindergarten gebracht habe. Der Moment, in dem ich auf der Bank sitze und ein paar Minuten nur für mich habe. Diese Minuten gehören einem Buch.
Letzte Woche hatte ich "Summer Storms" von Sarah MacLean dabei, weil ich gerade an einer Leserunde teilnehme. Ich saß da, das Buch aufgeschlagen, Post‑it‑Streifen griffbereit, wie ich es immer mache, wenn ich Stellen markieren möchte, die später in der Diskussion wichtig werden. Für mich ist das kein Aufwand, sondern ein Teil des Lesens: dieses genaue Hinsehen, dieses Festhalten von Gedanken, diese kleine Interaktion zwischen mir und dem Text.
!doctype>