Picking Daisies on Sundays
Autorin: Liana Cincotti
Übersetzung: Violeta Topalova
Seiten: 432 Seiten
Format: Paperback
Verlag: Ravensburger Verlag
Erscheinungsdatum: 28.04.2026
ISBN: 978-3473587278
Sprache: Deutsch
Genre: Contemporary Romance / Young Adult / Romance / Rom-Com
Bewertung:
Bildquelle / Cover: Goodreads / © Ravensburger Verlag / © Coverdesign: Liana Cincotti, unter Verwendung von Bildern © Thanawat von Adobe Stock Klappentext: © Liana Cincotti / Ravensburger Verlag
Worum geht's?
Daisies bloom in fields.
True love blooms in hearts.
Schon seit sie denken kann, träumt die Modestudentin Daisy von ihrem perfekten Happy End. Sich ausgerechnet in ihren besten Freund Levi zu verlieben, war nie Teil des Plans. Nach einem gebrochenen Herzen und vier Jahren Funkstille steht er plötzlich wieder vor ihr – und bittet sie, seine Fake-Freundin für eine Hochzeit zu spielen. Gegen alle Vernunft willigt sie ein. Doch mit jedem Blick und jeder Berührung kämpft Daisy darum, ihr Herz kein zweites Mal zu verlieren.
„Seit ich zum ersten Mal gesehen hatte, wie Mom im Garten unseres alten Hauses gesessen und ein Kleid von der Skizze bis zur letzten Naht fertiggestellt hatte, waren sie für mich so prächtig wie königliche Prunkgewänder.“
Meine Meinung
Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für dieses Rezensionsexemplar über NetGalley.
„Picking Daisies on Sundays“ ist für mich eine warmherzige, frühlingsleichte Romanze, die viele süße Momente hat und mich immer wieder zum Lächeln gebracht hat. Der Ton erinnert stark an Lynn Painter – humorvoll, sanft, unaufgeregt romantisch – und das rosa Cover mit Herzen und Blumen passt perfekt zur Stimmung des Buches. Es geht um erste Liebe, ums Verliebtsein durch die rosarote Brille und um all die Unsicherheiten, die damit einhergehen. Genau deshalb halte ich die Geschichte für ideal für Teenager zwischen 12 und 15 Jahren, die sich gerade mit Themen wie erstem Schwarm, ersten Gefühlen oder erstem Liebeskummer auseinandersetzen.
Dani (von Levi Daisy genannt) ist eine Protagonistin, die viel mit sich selbst kämpft. Ihr Traum, Designerin zu werden, begleitet sie seit ihrer Kindheit, doch sie designt nie etwas für sich selbst, weil sie sich nicht schön genug fühlt. Ihr geringes Selbstbewusstsein, ihre Naivität und die ständigen negativen Gedankenspiralen ziehen sich durch das ganze Buch und waren für mich oft ermüdend. Gleichzeitig fand ich es schön zu sehen, wie sie langsam mutiger wird, sich mehr zutraut und beginnt, ihren Platz in der Designwelt einzunehmen. Diese Entwicklung ist leise, aber spürbar.
Levi dagegen wirkt auf den ersten Blick wie der perfekte Love Interest: freundlich, hilfsbereit, gutaussehend, französisch sprechend, liebevoll im Umgang mit seiner Familie. Erst nach und nach zeigt sich, dass er mehr Tiefe hat, als man zunächst denkt. Die gemeinsame Vergangenheit der beiden – verbunden durch den Verlust ihrer Väter – macht ihre Freundschaft glaubwürdig und emotional. Umso unnatürlicher wirkte für mich ihr Wiedersehen nach vier Jahren Funkstille. Es fühlte sich an, als wäre nie etwas passiert, niemand stellt Fragen, niemand wundert sich über die plötzliche Nähe. Auch Daisys spontane Zustimmung zum Fake‑Dating wirkte für mich nicht ganz nachvollziehbar, gerade weil sie Levi gedanklich immer noch Dinge von vor vier Jahren vorhält.
Ein Punkt, der mich besonders irritiert hat, war die Darstellung der Nebenfiguren. Fast alle Frauen im Buch scheinen Single zu sein und Levi anzuschmachten, was ihn noch stärker in diese perfekte‑Traumtyp‑Rolle drängt. Bella, seine Exfreundin, bleibt trotz ihrer Bedeutung für die Handlung erstaunlich blass. Gerade hier hätte die Geschichte viel Potenzial für Drama und Spannung gehabt, das leider kaum genutzt wurde. Der Mittelteil zieht sich dadurch etwas, weil sich Daisys Gedanken ständig wiederholen und der große Konflikt aus der Vergangenheit einfach nicht angesprochen wird.
Sehr positiv hervorzuheben ist dagegen Daisys Freundeskreis. Der Club, in dem jede Woche der „Promi‑Style der Woche“ gesucht wird, die kleinen Streitereien, die dort bleiben, die Frühstücksrotation der Designgruppe und die Art, wie Jia, Daisy und Gabe sich auf Dates gegenseitig im Blick behalten und aus unangenehmen Situationen retten – all das hat dem Buch viel Charme und Wärme gegeben. Diese Freundschaften wirken authentisch, unterstützend und zeigen, wie wichtig ein stabiles Umfeld gerade in jungen Jahren sein kann. Auch Levis französische Gedichte, die unauffällig in das Buch eingewoben sind, haben mir sehr gefallen und der Geschichte eine leise, intime Tiefe verliehen. Ich habe tatsächlich zurückgeblättert, um die Stellen noch einmal zu lesen.
Das Ende hat für mich vieles wieder ausgeglichen. Die Szenen zwischen Levi und Daisy sind süß, warm und versöhnlich, und obwohl ich mir zwischendurch mehr Tiefe und etwas mehr Mut zu Konflikten gewünscht hätte, hat mich der Abschluss mit einem guten Gefühl zurückgelassen.
Fazit
Eine süße, frühlingshafte Friends‑to‑Lovers‑Romance, die besonders für jüngere Leser:innen zwischen 12 und 15 gut geeignet ist. Trotz einiger Längen, Wiederholungen und unausgeschöpftem Potenzial überzeugt das Buch mit warmen Momenten, einem tollen Freundeskreis und einem liebenswerten Love Interest.
Wie wichtig ist es euch in Romance‑Geschichten, dass Konflikte wirklich angesprochen und aufgearbeitet werden – oder darf es für euch auch mal etwas glatter und märchenhafter sein?
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