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Donnerstag, 16. April 2026

[Rezension] Laura Labas: The Lie She Never Told

Buchcover

The Lie She Never Told

Autorin: Laura Labas

Seiten: 306 Seiten

Format: Paperback

Verlag: Drachenmond Verlag

Erscheinungsdatum: 04.02.2019

ISBN: 978-3959916806

Sprache: Deutsch

Genre: Thriller / Young Adult

Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆

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Bildquelle / Cover: Goodreads / © Drachenmond Verlag / © Coverdesign: Alexander Kopainski mit Bildmaterial von Shutterstock Klappentext: © Laura Labas / Drachenmond Verlag

Worum geht's?

Mein Name ist Faith Rochester und ich habe meine beste Freundin getötet. Fast drei Jahre später kehre ich in meine Heimatstadt zurück, in dem Wissen, dass mich niemand ansehen, geschweige denn mit mir reden wird. Niemand – bis auf eine Ausnahme. Liam Bridges hat sehr viel über mich und den Tod seiner Schwester zu sagen und nichts davon ist besonders nett. Nachdem Faith ihre beste Freundin Emma auf einem Foto, das nach ihrem vermeintlichen Tod aufgenommen wurde, entdeckt, reist sie nach Grayne Village. Zurück an den Ort, an dem alles seinen Anfang nahm. Dort erkennt sie schon bald, dass das Mysterium um Emmas Verschwinden weiter und tiefer reicht, als sie geahnt hat. Ist Emma wirklich tot oder gibt es noch Hoffnung? Wie tief muss Faith graben, um die Wahrheit endlich aufzudecken und sich von den Lügen einer ganzen Stadt zu befreien?

„Ich war mir sicher gewesen, mit meinem alten Leben abgeschlossen zu haben. Wie sehr ich mich getäuscht hatte...“

Meine Meinung

Der Einstieg von "The Lie She Never Told" hat mich sofort überzeugt. Die Szene, in der Faith wegen des Verdachts festgenommen wird, ihre beste Freundin Emma ermordet zu haben, und die ganze Stadt sie wie eine Schuldige behandelt, trifft einen gleich zu Beginn und erzeugt eine dichte, bedrückende Atmosphäre. Nach ihrem Freispruch zieht sie nach Chicago und versucht, dort ein neues Leben aufzubauen – bis ein Fund sie dazu bringt, den Fall neu zu betrachten. Als sie drei Jahre später in ihre Heimatstadt zurückkehrt, spürt man ihre Unsicherheit, ihren Wunsch nach Antworten und die ständige Angst, die sie begleitet. Ihre Gedanken sind nachvollziehbar, ihre Verletzlichkeit greifbar, und die Ablehnung der Menschen im Ort ist deutlich spürbar. Besonders Liam, Emmas großer Bruder, verstärkt diese feindselige Stimmung. Diese Mischung aus innerem Druck und äußerer Ablehnung macht den Anfang stark.

Trotzdem verliert die Geschichte für mich an Wirkung, sobald die Beziehung zwischen Faith und Liam in den Vordergrund rückt. Die Entwicklung wirkt zu abrupt: Erst bedroht er sie und will sie aus der Stadt drängen, wenige Kapitel später flirtet er mit ihr. Dieser schnelle Wechsel nimmt der Handlung Glaubwürdigkeit und drängt die Ermittlungen an den Rand. Statt echter Spannung gibt es Gespräche, einen Wohltätigkeitsball und einen „Einbruch“ ins Elternhaus von Emma – alles eher harmlose Szenen, die wenig zur Aufklärung beitragen. Ich hätte mir mehr Widerstand, mehr Risiko und mehr Druck gewünscht, gerade weil der Anfang so viel Potenzial aufgebaut hat.

Gerade diese Liebesbeziehung entwickelt sich für meinen Geschmack sehr unglaubwürdig. Zwischen den beiden entstehen kaum echte Emotionen, vieles wirkt eher wie ein Festhalten an alten Jugendschwärmereien, die nie wirklich greifbar werden. Dadurch wirkt die Romance eher störend, weil sie den Thrill ausbremst, der im ersten Drittel so gut funktioniert hat. Auch die Nebencharaktere bleiben blass und tragen wenig zur Geschichte bei, was den Eindruck verstärkt, dass das Potenzial der Handlung nicht ausgeschöpft wurde.

Die Auflösung kommt dann überraschend schnell und wirkt konstruiert. Das Motiv ist schwach und für mich etwas an den Haaren herbeigezogen, die Täterfigur bleibt blass, und die Enthüllung sorgt eher für Stirnrunzeln als für einen Aha-Moment. Mit einem einzigen Namen wäre man schon auf der richtigen Spur und könnte sich die Handlung zusammenreimen, was zeigt, wie wenig vorbereitet diese Figur eigentlich ist. Das Ende setzt dem Ganzen noch eins drauf und wirkt überzogen.

Gut gelungen ist dagegen Faiths persönliche Entwicklung. Sie wird Schritt für Schritt selbstbewusster, stellt sich ihrer Vergangenheit und findet wieder Zugang zu ihrem Vater. Besonders stimmig fand ich, dass sie den Menschen in der Stadt nicht verzeiht und ihre Heuchelei klar erkennt und abstoßend findet. Das passt zu ihrem Weg und macht sie als Figur glaubwürdig.

Fazit

Ein starker Beginn mit einer überzeugenden Hauptfigur, der durch eine unglaubwürdige Liebesgeschichte und eine schwache Auflösung an Wirkung verliert.

Wie wichtig ist dir bei Thrillern die Balance zwischen Spannung und emotionalen Entwicklungen – darf Romance Raum einnehmen, oder lenkt sie dich eher ab?

Mein Rating: ⭐⭐⭐☆☆ (3/5)

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