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Mittwoch, 17. Juni 2026

[Gedankengänge] Schluss mit Elitismus: Niemand muss sich für seinen Büchergeschmack schämen

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Es gibt Tage, da würde ich am liebsten in meiner kleinen Zuhause-Blase verschwinden, mich mit einem Buch aufs Sofa verkrümeln und die Außenwelt einfach aussperren. Ich bin introvertiert, und im echten Leben möchte ich meistens nur eines: meine Ruhe. Aber das Leben mit Kindern hält sich selten an solche Wünsche. Also beiße ich regelmäßig in den sauren Apfel und wage mich hinaus zu Schul- und Kindergartenveranstaltungen, Elternfrühstücken, Sommerfesten, Schwimmkursen und all den anderen Terminen, die man als Elternteil eben so mitnimmt.

Meistens gehe ich am Ende des Tages heim und denke: „War doch gar nicht so schlimm.“ Viele Begegnungen sind nett, manche sogar richtig schön. Und dann gibt es diese seltene, aber dafür umso anstrengendere Spezies Mensch: die Bücher-Snobs.

Samstag, 2. Mai 2026

[Gedankengänge] Meine Antibibliothek – und warum sie mich inzwischen entspannt

Meine Antibibliothek – und warum sie mich inzwischen entspannt

Mein SuB ist in erstaunlich kurzer Zeit auf über hundert Bücher angewachsen. Manchmal frage ich mich, wie das eigentlich passieren konnte. Vielleicht liegt es daran, dass in den letzten zehn Jahren so viele Bücher an mir vorbeigegangen sind, die ich jetzt nachholen möchte. Vielleicht auch daran, dass ständig neue Titel erscheinen, die mich neugierig machen. Und dann gibt es noch die Bücher, die ich früher einmal besessen habe und nun wieder in meinem Regal haben möchte, um sie irgendwann erneut zu lesen.

Sonntag, 19. April 2026

[Gedankengänge] Warum KI‑Book‑Summary‑Tools mich beunruhigen – und warum sie dem Lesen schaden

Es gibt diese kleinen Zwischenräume im Alltag, die man nur dann bemerkt, wenn man sie bewusst füllt. Für mich ist das die Wartezeit an der Bushaltestelle, nachdem ich meine Tochter morgens mit dem Regionalbus in den Kindergarten gebracht habe. Der Moment, in dem ich auf der Bank sitze und ein paar Minuten nur für mich habe. Diese Minuten gehören einem Buch.

Letzte Woche hatte ich "Summer Storms" von Sarah MacLean dabei, weil ich gerade an einer Leserunde teilnehme. Ich saß da, das Buch aufgeschlagen, Post‑it‑Streifen griffbereit, wie ich es immer mache, wenn ich Stellen markieren möchte, die später in der Diskussion wichtig werden. Für mich ist das kein Aufwand, sondern ein Teil des Lesens: dieses genaue Hinsehen, dieses Festhalten von Gedanken, diese kleine Interaktion zwischen mir und dem Text.

Dienstag, 31. März 2026

[Gedankengänge] Wie Social Media mein Leseverhalten verändert hat – und warum ich bewusst einen anderen Weg gehe

Rückkehr zum Lesen nach zehn Jahren

Ich habe schon als Kind immer gerne und viel gelesen. Bücher waren für mich selbstverständlich, ein ruhiger Fixpunkt in meinem Alltag, und vor allem waren sie magische Welten, in die ich mich flüchten konnte, wann immer mir danach war. Dann kam eine fast zehnjährige Pause – aus persönlichen Gründen, wegen denen Lesen schlicht keine Priorität mehr hatte. In dieser Zeit habe ich nur noch Bilder- und Kinderbücher für meine eigenen Kinder gekauft und ihnen vorgelesen, aber selbst kaum noch zu einem Buch gegriffen, sobald es über reine Sachliteratur hinausging. Als ich Ende 2024/Anfang 2025 wieder damit begonnen habe, war die Welt des Lesens kaum wiederzuerkennen. Social Media war inzwischen ein fester Bestandteil des Literaturkosmos, und die Menge an Informationen hat mich zu Beginn regelrecht überrollt.