Translate

Mittwoch, 3. Juni 2026

[Rezension] Heba Al-Wasity: Weavingshaw (Weavingshaw #1)

Buchcover

Autorin: Heba Al-Wasity

Übersetzung: Diana Bürgel

Seiten: 544 Seiten

Format: Hardcover

Verlag: Forever by Ullstein

Erscheinungsdatum: 30.04.2026

ISBN: 978-3989780057

Sprache: Deutsch

Genre: Fantasy / Romance / Gothic

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐

📘 Buch bei Amazon ansehen(*)

Bildquelle / Cover: Goodreads / © Forever by Ullstein / © Coverdesign: zero-media.net, München, Coverbild: © Eva Eller / FinePic®, München
Klappentext: © Heba Al-Wasity / Forever by Ullstein



Worum geht's?

Leena hat ein schreckliches Geheimnis: Die Toten sprechen nur zu ihr. Um ihren Bruder zu retten, verkauft sie ihr Geheimnis an den unergründlichen Saint, einen Mann, der Schuld in Gold verwandelt. Trotz aller Warnungen gerät Leena in die Fänge des Saints und muss für ihn einen Geist finden. Die Suche führt sie in die düsteren Hallen von Weavingshaw, einem verfluchten Anwesen auf den Mooren. Dort beginnt ein gefährlicher Tanz aus Anziehung und Verrat …

„Leena fiel auf, dass sie allein mit ihm in einem Zimmer war. Dass sie von nun an ständig mit ihm allein sein würde. Nicht zum ersten Mal machte sie sich Sorgen um ihre Sicherheit und darüber, wie sie sich schützen könnte, wenn all die Gerüchte, die über den Saint der Stille im Umlauf waren, tatsächlich stimmten.“

Meine Meinung

Danke an Forever by Ullstein für das Rezensionsexemplar über NetGalley!

Weavingshaw ist für mich ein Auftakt, der lange nachhallt. Heba Al‑Wasity erschafft eine Welt, die nicht nur düster wirkt, sondern durch ihre vielen Ebenen unglaublich real erscheint. Der Gothic‑Vibe liegt über jeder Szene, ohne jemals übertrieben zu wirken. Bürgerkriege, Armut und Gewalt bestimmen den Alltag – und gleichzeitig fließen Themen wie Migration, Asyl und kulturelle Konflikte so fein und unaufdringlich ein, dass man sie erst nach und nach bewusst wahrnimmt. Genau das macht diese Welt für mich so stark: Sie ist bedrückend, glaubwürdig und voller Zwischentöne. Der Fantasy‑Aspekt mit Dämonen und Geistern verstärkt die düstere Stimmung zusätzlich und sorgt dafür, dass die Geschichte immer spannend bleibt.

Leena habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist klug, stur, loyal und hat eine Art, Dinge zu hinterfragen, die ich sehr mochte. Besonders gut fand ich, dass sie St. Silas anfangs misstraut und versucht, Abstand zu halten. Sie bleibt meist standhaft, lässt sich nicht einschüchtern und hält an ihren Prinzipien fest – auch wenn sie sich über St. Silas, ihren Bruder oder ihren Vater manchmal so sehr ärgert, dass man sie nur zu gut versteht. Diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit macht sie für mich zu einer der greifbarsten Figuren, die ich seit Langem gelesen habe.

St. Silas wirkt zu Beginn wie jemand, der nichts an sich heranlässt. Kühl, kontrolliert, fast unnahbar. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass hinter dieser Fassade viel mehr steckt. Die kleinen Einblicke in seine Vergangenheit, die man nur häppchenweise bekommt, haben mich jedes Mal neugierig gemacht. Und ich mochte sehr, wie vorsichtig er sich Leena öffnet – und wie sehr sie ihn aus dem Gleichgewicht bringt, ohne es selbst zu merken.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist für mich eines der Highlights. Sie entwickelt sich langsam, glaubwürdig und ohne künstliche Dramatik – Slow Burn in seiner besten Form. Die Spannung entsteht durch Blicke, kleine Gesten, Schlagabtausche und unausgesprochene Gedanken. Es gibt keine unnötigen spicy Szenen, die den Fluss der Handlung stören würden. Stattdessen wächst etwas, das sich echt anfühlt. Besonders schön fand ich, dass Leena mehr Einfluss auf St. Silas hat, als beide wahrhaben wollen.

Die wechselnden Perspektiven von Leena und St. Silas runden die Geschichte für mich ab, und auch Nebenfiguren wie Leenas Bruder Rami oder Bösewicht Lord Hargreaves bekommen Raum. Diese zusätzlichen Stimmen zeigen, wie vielschichtig die Welt ist, und geben Einblicke in Konflikte, die weit über die persönliche Ebene hinausgehen. Das Ende ist ein echter Cliffhanger, der an der denkbar gemeinsten Stelle abbricht. Bis Band 2 erscheint, dauert es noch neun Monate (ET: 25.02.2027) – aber ich warte gern, um wieder in diese fantastisch düstere Welt einzutauchen.

Fazit

Weavingshaw ist ein atmosphärisch dichter Reihenauftakt, der mich mit seiner Welt, seinen Figuren und seiner ruhigen, aber intensiven Erzählweise vollkommen überzeugt hat. Die Mischung aus düsterer Stimmung, gesellschaftlichen Untertönen und einer fein aufgebauten Slow‑Burn‑Romance hat für mich genau die richtige Tiefe. Ein absolut gelungenes Debüt, das mich sehr neugierig auf den nächsten Teil macht.

Welche Art von düsterer Fantasy‑Welt reizt dich am meisten – eine, in der politische Konflikte im Vordergrund stehen, oder eine, in der übernatürliche Wesen wie Dämonen und Geister den Ton angeben?

Mein Rating: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)

(*)Hinweis: Der Link ist ein Amazon‑Affiliate‑Link. Wenn du darüber kaufst, unterstützt du Das Buch‑Café – für dich bleibt der Preis gleich.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schön, dass ihr lieben Leser es bis hierher zu den Kommentaren geschafft habt!! ♥
Es wäre sehr lieb von euch, wenn ihr jetzt aber nicht einfach geht, sondern mir eure Meinung in einem kleinen Kommentar mitteilt!! ♥

♥♥Vielen Dank!!♥♥


Mit dem Absenden eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass die von dir eingegebenen Daten
(Name, Kommentartext und ggf. Profilinformationen) gespeichert und verarbeitet werden.
Diese Daten werden ausschließlich zur Darstellung und Verwaltung der Kommentare genutzt.
Weitere Informationen findest du in meiner Datenschutzerklärung.