Summer Storms
Autorin: Sarah MacLean
Übersetzung: Anita Nirschl
Seiten: 496 Seiten
Format: Paperback
Verlag: Lübbe Verlag
Erscheinungsdatum: 27.04.2026
ISBN: 978-3757701871
Sprache: Deutsch
Genre: Familienroman / Drama / Romance
Bewertung:
Bildquelle / Cover:
Goodreads / © Lübbe Verlag
/ © Coverdesign: Manuela Städele-Monverde unter Verwendung einer Umschlaggestaltung von Belina Huey / Coverillustration: Robert Hunt
Klappentext: © Sarah MacLean / Lübbe Verlag
Worum geht's?
Alice Storm war seit fünf Jahren nicht mehr auf der familieneigenen Privatinsel, nachdem sie sich von ihrer einflussreichen und überaus vermögenden Familie losgesagt hat. Doch der plötzliche Tod ihres Vaters Franklin Storm führt sie und ihre Geschwister wieder auf die Insel. Dort erwartet sie eine überraschende Herausforderung: Sie müssen eine Woche gemeinsam auf der Insel verbringen, jede und jeder muss eine Aufgabe erfüllen - nur dann erhalten sie ihr Erbe. Alice will sofort abreisen, doch der Assistent ihres Vaters, der die Erbschaftsfreigabe überwachen soll, entpuppt sich als ihr kürzlicher One-Night-Stand ...
"War es das wert?", unterbrach er ihre Gedanken. "Wegzugehen?" "Es ist immer richtig, wegzugehen, wenn jemand nicht will, dass du bleibst."
Meine Meinung
Danke an den Lübbe Verlag und Lesejury.de für das Rezensionsexemplar!
Aufgefallen ist mir das Buch tatsächlich wegen des Covers. Nach diesem langen Winter hatte ich große Lust auf eine sommerliche Lektüre – und jetzt, wo endlich wieder jeden Tag die Sonne herauskommt, hat mich das Bild von Meer und Sandstrand sofort angesprochen. Außerdem liebe ich Bücher, in denen es um Inheritance-Drama geht. Es fühlte sich also nach genau der richtigen Stimmung an.
Der Roman hat mich dann auch zu Beginn sofort abgeholt. Alice’ innere Zerrissenheit ist von der ersten Seite an greifbar, und die Metaphern rund um die verschiedenen Fortbewegungsmittel haben für mich perfekt funktioniert. Sie zeigen, wie sehr ihr Leben früher von anderen gesteuert wurde und wie sehr sie sich nach einem Weg sehnt, den sie selbst bestimmen kann. Dieser Einstieg war für mich ein starker Teil des Buches, weil er Alice’ Gefühlswelt so klar und unaufgeregt sichtbar macht und sie damit zu einer starken Protagonistin werden lässt.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, wie kaputt das Familiensystem durch die Manipulation und Kontrolle des verstorbenen Vaters ist. Die Geschwisterperspektiven in den speziellen Kapiteln haben mir besonders gefallen, weil sie die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern verständlicher machen. Man spürt, wie viel Verletzung, Erwartungsdruck und unausgesprochene Schuld in dieser Familie steckt. In den wenigen Momenten, in denen sie wirklich miteinander reden, blitzt auf, wie anders ihr Leben hätte aussehen können. Diese Szenen gehören für mich zu den stärksten des Romans.
Ganz anders ging es mir mit der Mutterfigur Elisabeth. Ihre Kälte, ihr Selbstmitleid und die Art, wie sie ihre Kinder behandelt, haben mich beim Lesen immer wieder fassungslos gemacht. Die späteren Enthüllungen über ihr Verhalten haben das nur bestätigt. Für mich ist sie eine der Figuren, die am stärksten nachhallen – allerdings nicht im positiven Sinne.
Schwieriger wurde es für mich bei der Liebesgeschichte. Was am Anfang noch eine interessante Spannung hatte, verliert sich später in Halbwahrheiten und manipulativen Momenten. Ich konnte die romantische Entwicklung zwischen Alice und Jack einfach nicht fühlen. Zu viel Misstrauen, zu viele unausgesprochene Dinge, zu viele Situationen, in denen er Entscheidungen beeinflusst, die eigentlich ihr gehören. Für mich hat das jede Chance auf eine glaubwürdige Nähe zerstört. Gerade weil der Roman so viel Wert auf Selbstbestimmung und Verletzlichkeit legt, hat diese Beziehung für mich nicht funktioniert.
Das Ende hat mich dann zwiegespalten zurückgelassen. Einige Enthüllungen fand ich stark, andere eher enttäuschend. Besonders die Auflösung rund um die Aufgaben und das Erbe fühlte sich für mich kleiner an, als die Geschichte es aufgebaut hatte. Nach all dem Drama hätte ich mir eine Wendung gewünscht, die den Figuren mehr zutraut und ihnen mehr Raum gibt, sich wirklich zu lösen. Leider ist bis zum Schluss die manipulative Präsenz von Franklin Storm zu spüren.
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt ein Roman, der in seinen familiären Konflikten unglaublich stark ist. Die Atmosphäre, die Dynamik zwischen den Geschwistern, die emotionalen Brüche – all das hat mich sehr berührt. Nur die Liebesgeschichte konnte für mich nicht mithalten.
Fazit
Ein intensiver Roman über Familie, Kontrolle und Verletzungen, der in seinen stärksten Momenten richtig unter die Haut geht. Die Geschwister, ihre Vergangenheit und ihre Entwicklung haben mich bewegt und oft wütend gemacht – im besten Sinne. Die Liebesgeschichte dagegen bleibt für mich blass und unausgewogen. Wer vor allem wegen des Familiendramas liest, bekommt hier viel geboten. Wer eine überzeugende Romanze erwartet, könnte enttäuscht werden. Da für mich die Romanze zweitrangig war, gibt es von mir 4 Sterne.
Wenn ihr das Buch noch nicht kennt: Wie wichtig ist euch eine stimmige Liebesgeschichte in einem Roman, der so stark von familiären Konflikten lebt – braucht ihr beides, oder reicht euch ein überzeugender Kernplot?
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