Diese Woche mache ich wieder beim TTT vom Blog Weltenwanderer mit.
Wie ihr schon am Titel erkennen könnt, geht es darum 10 Bücher zu 10 verschiedenen Emojis zu finden:
🤩 🥰 🙈 💕 💪 😱 🤷 🥶 🫠 🧐 🥱 🥳 😮 😭
(oder such dir eigene Emojis aus)
Also habe ich meine Book Journals von 2025 und 2026 durchgeblättert und ein bisschen im Gedächtnis gestöbert, um passende Buchschätze zu finden.
Zu jedem Emoji poste ich zuerst die Bedeutung, die ich persönlich damit verbinde — und danach das Buch, das für mich genau dieses Gefühl einfängt.
Ich bin Malala - Malala Yousafzai
Vor ein paar Wochen hatte ich eine Diskussion mit meinen Kindern, die gerade überhaupt keine Lust auf Schule haben und alles daran infrage stellen. Dabei kam auch „Ich bin Malala“ zur Sprache – und die Tatsache, dass Schulbildung zwar ein Recht ist, aber längst nicht für alle Kinder selbstverständlich. Viele müssen um ihr Leben für etwas kämpfen, das hier oft als lästige Pflicht empfunden wird.
Als ich das Buch vor einigen Jahren gelesen habe, hat es mich tief getroffen. Es zeigt schonungslos, wie patriarchale Strukturen und radikale religiöse Ideologien die Zukunftschancen von Kindern – besonders von Mädchen – einschränken oder vollständig zerstören wollen. Und ausgerechnet ein Mädchen stellt sich diesem System entgegen. Sie tut, was eigentlich Aufgabe der Erwachsenen wäre. Genau das macht ihre Geschichte für mich so kraftvoll: Sie zeigt, wie viel Mut entstehen kann, wenn jemand sich weigert, klein gehalten zu werden.
🥶 Gequält, ungute Gänsehaut
Lobster - Guillaume Lecasble
Dieses Buch ist mir in meinem Pagebound‑Feed begegnet, und die Diskussionen dazu waren entsprechend heftig.
Die Grundidee ist schnell erzählt: Ein Hummer, der auf der Titanic eigentlich im Kochtopf landen soll, entkommt seinem Schicksal. Auf seiner Flucht trifft er eine Passagierin – und zwischen den beiden entwickelt sich eine sexuelle Beziehung, in der er ihr den Orgasmus ihres Lebens beschert.
Ich lese wirklich gern Monster‑Romance oder Geschichten mit ungewöhnlichen Love Interests, aber bei dieser Beschreibung hat sich bei mir sofort eine sehr unangenehme Gänsehaut eingestellt. Vielleicht liegt es daran, dass bei mir zu Hause Aquarien stehen und dort der ein oder andere Krebs lebt. Die Vorstellung, ein Tier mit Scheren in der Nähe empfindlicher Körperstellen zu haben, sorgt bei mir für echtes Unbehagen. Wer schon einmal einen Finger zwischen solchen Scheren hatte, weiß genau, was ich meine.
🥱 Langeweile
Stand by me - Yule Tyren
Ich habe dieses Buch irgendwann abgebrochen, weil es mich leider überhaupt nicht packen konnte. Vielleicht war ich einfach schon übersättigt von K‑Drama‑inspirierten Geschichten, aber „Stand by me“ fühlte sich für mich sehr nach 0815 an – vorhersehbar, ohne besondere Wendungen und ohne etwas, das mich wirklich neugierig gehalten hätte.
Beim zentralen Konflikt war für mich sofort klar, wer dahintersteckt und warum. Als ich dann aus Neugier das letzte Kapitel gelesen habe, hat sich genau das bestätigt. Für mich persönlich war das Buch deshalb eher langweilig und wenig überraschend.
Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass es für andere Leser:innen, die K-Drama mögen interessant sein könnte.
🥰 Herzerwärmend
Eva Evergreen - Semi-Magical Witch - Julie Abe
"Eva Evergreen – Semi‑Magical Witch" ist für mich ein rundum herzerwärmendes Buch. Schon der Einstieg erinnerte mich an diesen besonderen Ghibli‑Zauber, der eine Welt sofort lebendig macht. Evas Reise nach Auteri, ihre Unsicherheit und ihr Wunsch, trotz begrenzter Magie ihren Platz zu finden, wirkten für mich authentisch und greifbar.
Zu beobachten, wie sie Mut fasst, Freundschaften schließt und ihre eigene Art von Magie annimmt, hatte etwas unglaublich Berührendes. Die Nebenfiguren, die kleinen Läden, die Atmosphäre des Küstenstädtchens – all das hat zu diesem warmherzigen Gefühl beigetragen, das mich beim Lesen begleitet hat. Wer Ghibli-Filme liebt, wird dieses Buch sicherlich auch mögen.
Meine Rezension zu dem Buch könnt ihr hier nachlesen.
😱 Furcht, Schrecken
Es - Stephen King
"Es“ ist für mich eines der furchteinflößendsten Bücher überhaupt.
Schon der Anfang mit dem kleinen Georgie hat mich komplett geschockt. Diese Szene trifft so unvermittelt und gnadenlos, dass sie sich sofort einbrennt. Und genau diese düstere Grundstimmung bleibt: eine Mischung aus tief sitzenden Kindheitsängsten, dem Verlust von Sicherheit und der Erkenntnis, dass das Grauen eine Gestalt annehmen kann, die eigentlich harmlos wirken sollte.
Seit diesem Buch finde ich Clowns nicht mehr lustig, sondern zutiefst unheimlich. „Es“ hat meine Wahrnehmung nachhaltig verschoben - und das schaffen nur sehr wenige Geschichten.
😋Genuss, Hunger
The Pairing - Casey McQuiston
In "The Pairing" begleiten die Protagonisten einander auf einer Genussreise quer durch Europa, und genau das spürt man beim Lesen in jeder Szene. Ich hatte selten ein Buch in der Hand, das meinen Appetit so zuverlässig geweckt hat. Die Autorin beschreibt das Essen nicht einfach, sie zelebriert es – mit einer Sinnlichkeit, die sofort Bilder, Gerüche und Texturen im Kopf entstehen lässt.
Es fühlte sich an, als würde jedes Gericht direkt vor mir stehen: dampfende Pasta, frisches Brot, cremige Saucen, perfekt abgestimmte Weine. Die Verbindung aus Essen, Atmosphäre und den Momenten zwischen den Figuren hat die Beschreibungen für mich so lebendig gemacht, dass ich beim Lesen ständig Hunger bekommen habe. Es war, als säße ich selbst mit am Tisch, mit einem Glas in der Hand und dem Duft der nächsten Speise in der Nase.
😭 Trauer
Die Brücke nach Terabithia - Katherine Paterson
"Die Brücke nach Terabithia" ist eines dieser Bücher, das man nie vergisst und das einen bis ins Erwachsenenalter begleitet. Als ich es damals gelesen habe, fühlte ich mich wie auf einer emotionalen Achterbahn: Freundschaft, Mut, Fantasie, Leichtigkeit – und dann diese abrupte, schmerzhafte Wendung. Es war das erste Buch, in dem eine Hauptfigur stirbt, und ich war völlig unvorbereitet darauf. Der Moment hat mich regelrecht überrollt. Ich weiß noch genau, wie ich am Ende dasaß und Rotz und Wasser geheult habe. Es gibt zwar noch einen schönen, tröstlichen Moment zum Schluss, aber der Herzschmerz bleibt trotzdem.
Für mich porträtiert das Buch Verlust und Trauer auf eine Weise, die ehrlich und unglaublich eindringlich ist. Genau deshalb bleibt es so lange im Herzen.
😮 Ungläubigkeit
Lucky Day - Chuck Tingle
"Lucky Day" von Chuck Tingle habe ich damals nur aus der Bibliothek mitgenommen, weil mich das Cover angesprochen hat – und dann hat mich das Buch komplett überrascht. Ich fand es richtig gut, aber ich habe noch nie eine Geschichte gelesen, in der es so viele skurrile, absurde und völlig kranke Arten zu sterben gibt.
Beim Lesen musste ich ständig an eine Mischung aus "Final Destination" und "Doctor Who" denken: dieser wilde Wechsel zwischen schwarzem Humor, Sci‑Fi‑Absurdität und völlig unerwarteten Todesarten. Jedes Mal dachte ich: „Okay, jetzt kann es wirklich nicht mehr schlimmer oder verrückter werden.“ Und jedes Mal wurde ich eines Besseren belehrt.
Genau dieses permanente Überraschtwerden – dieses "Das hat er jetzt nicht wirklich so geschrieben?!" – hat das Buch für mich so unterhaltsam und gleichzeitig so schräg gemacht.
🤩 Begeisterung
The Inheritance Games - Jennifer Lynn Barnes
"The Inheritance Games" Buch #1 - stellvertretend für die gesamte Reihe - hat mich damals wirklich überrascht. Der Hype war groß, und normalerweise senkt das meine Erwartungen eher, weil viele gehypte Bücher für mich nicht halten, was sie versprechen. Hier war es genau andersherum: Schon nach den ersten Kapiteln war ich komplett gefesselt.
Die Art und Weise, wie Jennifer Lynn Barnes die Rätsel, Hinweise und Aufgaben konstruiert, hat mich sofort gepackt. Alles wirkt clever verzahnt, spielerisch und gleichzeitig so spannend, dass ich unbedingt weiterlesen musste. Besonders mochte ich, wie sie die Spannungen zwischen den Charakteren – teils romantisch, teils familiär oder rivalisierend – nahtlos in die Handlung einwebt, ohne dass es je künstlich wirkt.
Ich habe den ersten Band tatsächlich in einer Nacht durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Und ich war unglaublich froh, dass die Folgebände bereits erschienen waren.
Seitdem gehört Jennifer Lynn Barnes für mich zu den Autor:innen, bei denen ich nicht einmal den Klappentext brauche. Wenn ihr Name auf dem Cover steht, landet das Buch automatisch auf meiner Liste.
Stay with me this Winter - Ella Gold
"Stay with me this Winter" hatte ich im Jänner 2026 gelesen, weil ich einfach Lust auf eine gemütliche Winter‑Romanze hatte. Ich dachte, damit könnte ich nichts falsch machen - aber weit gefehlt. Die Autorin greift im Buch mehrere extrem schwere Themen auf, darunter eine Nahtoderfahrung durch Kindesmissbrauch und eine Totgeburt. Doch diese Traumata werden kaum wirklich verarbeitet. Stattdessen wirken Liebe und Süßigkeiten wie das Allheilmittel für alles.
Beim Lesen ist mir das extrem sauer aufgestoßen. Solche Themen brauchen Raum, Tiefe und eine ernsthafte Auseinandersetzung - sei es durch Therapie oder zumindest durch glaubwürdige innere Prozesse. Statt der erhofften romantischen Winterstimmung hatte ich deshalb durchgehend ein Fremdschäm‑Gefühl, das mich bis zum Schluss begleitet hat, weil die Handlungen der Charaktere für mich überhaupt nicht zu den schweren Themen gepasst haben.
Meine Rezension zum Buch könnt ihr hier nachlesen.
Beim Erstellen dieses Posts ist mir wieder bewusst geworden, wie unterschiedlich Geschichten auf uns wirken können - mal kraftvoll, mal tiefgründig, mal verstörend, mal tröstlich. Bücher begleiten uns durch so viele Gefühlswelten, und genau das liebe ich an ihnen.
Diese kleine Emoji‑Reise hat mir gezeigt, wie vielfältig meine Leseerfahrungen der letzten Jahre waren. Manche Bücher ziehen für immer in meine Gedanken ein, manche verblassen, manche möchte ich am liebsten sofort weiterempfehlen - und andere dafür nie wieder anfassen. Und doch hinterlässt jedes von ihnen Spuren bei mir.











Guten Morgen Jennifer
AntwortenLöschenGenuss, da denkt man bei dem Cover erstmal ans Küssen. Klar, auch ein Genuss. Von deiner Begeisterung besitze ich den ersten Teil . Liegt auf dem SuB.
Deine Peinlichkeit macht trotzdem neugierig. Es ist schon schade, wenn ernste Themen nicht gebührend behandelt werden. Werde deine Rezension im Anschluss lesen.
Trauer klingt sehr emotional.
Insgesamt hast du eine sehr schöne Liste erstellt.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Gisela.
Liebe Gisela,
Löschen„The Inheritance Games“ kann ich dir wirklich empfehlen. Die Geschichte hat sofort einen Sog entwickelt – spannend, leicht zu lesen und voller kleiner Rätsel. Ich habe die Reihe in einem Rutsch durchgelesen, weil sie mich einfach nicht losgelassen hat.
Liebe Grüße,
Jennifer
Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenFreut mich dass du dich an das Thema gewagt hast! Da haben ja einige ausgesetzt - aber ich fand es tatsächlich gar nicht so schwierig :)
Ich finde deine Emojis sehr passend gewählt, in ihrer Bedeutung und dann auch zu den Büchern.
Wobei das letzte - das scheint eines zu sein, wo es viele unterschiedliche Meinungen gibt - für mich bedeutet das eigentlich immer ein "dahinschmelzen" für jemanden oder etwas ...
Gelesen hab ich nur "Es", das ich großartig fand!
"Die Brücke von Terabithia" kenne ich nur als Film und schon der hat mich so traurig gemacht, dass ich mich bisher noch nicht an das Buch gewagt habe.
"The Inheritance Games" klingt interessant. Aber noch neugieriger hast du mich durch deine Beschreibung auf "Lucky Day" gemacht. Das muss ich mir näher anschauen!
Liebste Grüße, Aleshanee
Liebe Aleshanee,
Löschenich fand das Thema gar nicht so schwierig – die eigentliche Herausforderung war eher, den Beitrag mit drei kranken Kindern zu Hause rechtzeitig fertigzubekommen.
Den letzten Emoji benutze ich im Sommer ständig, wenn es mir zu heiß ist, aber genauso, wenn mir etwas peinlich ist und ich am liebsten im Boden versinken würde.
„Lucky Day“ war wirklich völlig verrückt und hat mich noch eine Weile beschäftigt.
Liebe Grüße,
Jennifer
Oh, na dann wünsche ich den dreien gute Besserung!
LöschenDas Emoji, ja solche Bedeutung hat es auf jeden Fall auch! Witzig was man da alles hinein interpretieren kann :D
Lucky Day gibt es aber nur in englisch gell? Ich habs nicht in deutsch gefunden... ist das sehr schwierig? Ich hab die Befürchtung dass ich hier die Komik nicht verstehen :D
Hallo Aleshanee,
Löschendanke – es geht ihnen zum Glück schon viel besser! 😊
„Lucky Day“ gibt es tatsächlich nur auf Englisch. Ich habe damals ungefähr vier Tage dafür gebraucht, aber ich erinnere mich noch gut daran, dass einige Stellen ziemlich anspruchsvoll waren. Manche Passagen musste ich mehrmals lesen, und an ein paar Punkten habe ich sogar zurückgeblättert, weil ich etwas falsch verstanden oder anders interpretiert hatte. Insgesamt war es ein gutes Buch, aber es hat mich schon ein bisschen gefordert.
Liebe Grüße,
Jennifer
Dann wird das Buch noch etwas warten müssen bis mein Lese-Englisch besser ist :)
LöschenHallo Jennifer,
AntwortenLöschengelesen habe ich von deinen Büchern Es. Das liegt allerdings schon ewig zurück, ich habs gar nicht so gruselig in Erinnerung :D
The Inheritance Games möchte ich gern noch lesen, über die Reihe habe ich schon viel Gutes gehört.
Die Beschreibung zu Lobster klingt ziemlich schräg.
Lieben Gruß und ein schönes Wochenende
Anja
Hallo Anja,
Löschenich liebe Horrorbücher – aber jedes Mal, wenn ich eins beendet habe, frage ich mich wieder, warum ich mir das antue. Ich grusele mich danach furchtbar… mal mehr, mal weniger. Aufhören kann ich trotzdem nicht.
Clowns fand ich schon vor „Es“ unheimlich, aber seitdem sind sie für mich endgültig in die Kategorie „nope“ gerutscht.
„The Inheritance Games“ kann ich dir wirklich ans Herz legen. Ich habe die Reihe in einem Rutsch durchgelesen, weil sie so einen Sog entwickelt.
Und ja, „Lobster“ klingt völlig schräg – aber genau das scheint gerade diesen Hype auszulösen.
Liebe Grüße,
Jennifer
Guten Morgen Jennifer :)
AntwortenLöschenEtwas verspätet kommt heute noch mein Gegenbesuch zu deinem Beitrag :)
Spannende Bücher hast du ausgewählt - einige kenne ich vom sehen her, andere sehe ich heute zum ersten Mal.
Von Casey McQuiston kenne ich ihr erstes Buch, hatte das neue aber irgendwann wieder aus den Augen verloren. Danke also für die Erinnerung ;)
Lieben Gruß
Andrea
Liebe Andrea,
Löschengern geschehen! Casey McQuiston gehört inzwischen zu meinen Lieblingsautor:innen.
Liebe Grüße,
Jennifer