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Montag, 16. März 2026

[Rezension] Maja Köllinger: Federlicht & Tränenglanz

Buchcover

Federlicht & Tränenglanz

Autorin: Maja Köllinger

Seiten: 408 Seiten

Format: Hardcover

Verlag: Drachenmond Verlag

Sprache: Deutsch

Genre: Romance / Fantasy / LGBTQ+

Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆

Bildquelle: Goodreads / Drachenmond Verlag / Maja Köllinger



Worum geht's?

Ihr Schicksal wird fremdbestimmt. Ihre Hochzeit ist bereits in Planung. Ihre Gefühle spielen keine Rolle. Adaliz, die Nachfahrin des mächtigsten Fluchwebers im Lande, wurde dem Kronprinzen Jaro versprochen. Der schicksalhafte Verlobungsball, der ihre beiden Leben unumkehrbar miteinander verbinden soll, findet bereits in wenigen Nächten statt. Währenddessen sorgt ein Gerücht für Entsetzen im Königreich Olorá: Adaliz soll eine geheime Geliebte haben. Ausgerechnet Odette, eine einfache Bürgerliche. Das missfällt nicht nur der Königsfamilie, sondern auch Adaliz' Vater. Er zögert nicht lange, sondern webt einen Fluch aus dem Licht schimmernder Schwanenfedern und glänzender Tränen, um die beiden Liebenden endgültig voneinander zu trennen. Womit er jedoch nicht rechnet, ist der unbeugsame Wille seiner eigenen Tochter. Denn Adaliz ist bereit, für Odette zu kämpfen, auch wenn sie dafür die Zukunft des gesamten Königreichs aufs Spiel setzt.

„Mein armes Herz schmerzte allein bei dem Gedanken daran, ein Leben ohne sie führen zu müssen.“

Meine Meinung

„Federlicht und Tränenglanz“ hat mich vor allem wegen der Schwanensee‑Neuinterpretation neugierig gemacht, und dieser Teil der Geschichte hat mir tatsächlich gut gefallen. Die Grundidee ist atmosphärisch und bringt eine schöne Mischung aus Märchenhaftigkeit und Tragik mit, die gut zum Ursprung des Stoffes passt.

Mit Adaliz als Protagonistin bin ich allerdings nicht richtig warm geworden. Für mich bleibt sie über weite Strecken eine eher schwache Figur, die ihrem Vater kaum etwas entgegensetzen kann und sich oft einfach treiben lässt. Ihre Entwicklung wirkt sehr zurückhaltend, und dass sie ihre Kräfte erst gegen Ende eher zufällig entdeckt, hat für mich nicht wie eine echte Charakterentwicklung gewirkt.

Auch Prinz Jaro hätte für meinen Geschmack eine deutlich größere Rolle verdient. Stattdessen bleibt er lange Zeit der hübsche Prinz, der eine Braut sucht – und das war mir zu wenig. In seiner Figur steckt viel Potenzial, das kaum genutzt wurde. Besonders sein Opfer am Ende hat mich gestört. Es fühlte sich unnötig an, eher wie ein zusätzlicher dramatischer Moment für Adaliz und Odette, ohne echten Einfluss auf die Handlung. Dadurch wirkte das Finale insgesamt unausgewogen.

Das Ende selbst konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Zwar bekommen Adaliz und Odette ihr „Happy End“, aber die Auflösung des Konflikts fühlte sich für mich nicht rund an. Einige Entwicklungen kamen zu abrupt, andere waren nicht gut vorbereitet, sodass der Abschluss der Geschichte für mich eher unbefriedigend blieb.

Trotz dieser Kritikpunkte mochte ich die Grundidee und die Atmosphäre des Romans. Die Schwanensee‑Interpretation ist definitiv der stärkste Teil und verleiht der Geschichte etwas Besonderes. Insgesamt bleibt für mich ein solides, aber nicht vollkommen überzeugendes Leseerlebnis.

Fazit

Eine schöne Idee mit starker Grundstimmung, aber Schwächen in Figurenzeichnung, Entwicklung und Finale. Für Fans märchenhafter Geschichten trotzdem interessant, auch wenn nicht alles ausgeschöpft wurde.

Wie habt ihr das Ende und die Rollen von Adaliz und Jaro erlebt – hat euch die Auflösung mehr überzeugt als mich?

Mein Rating: ⭐⭐⭐☆☆ (3/5)

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