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Dienstag, 14. Juli 2026

[Rezension] Uketsu: Strange Buildings

Buchcover

Autor: Uketsu

Übersetzung: Jim Rion

Seiten: 384 Seiten

Format: Paperback

Verlag: Pushkin Vertigo

Erscheinungsdatum: 26.02.2026

ISBN: 978-1805336297

Sprache: Englisch

Genre: Japanische Literatur / Krimi / Horror

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐

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Bildquelle / Cover: Goodreads / © Pushkin Vertigo / © Coverdesign: Luke Bird / Coverabbildung: knife handle - © Vilogsign/AdobeStock; child (bottom) - © Andrei/AdobeStock; child (top) - © Ranimi/AdobeStock; Roof - © Honyojima/AdobeStock
Klappentext: © Uketsu / Pushkin Vertigo



Worum geht's?

A lonely hut in the woods.

A murder house.

A hidden chamber.

A mysterious shrine.

A home in flames.

A nightmarish prison.

After receiving multiple tips from his devoted readership, a writer fascinated by the occult put together eleven case files, each featuring its very own strange building. Each of the eleven structures in this book has a floor plan that conceals a disturbing architectural quirk: from disappearing rooms to apartments with no means of escape. Each buildings tells its own chilling story. And each is part of a grander puzzle. Look closely . . . and you'll see that everything is connected. All leading to a revelation so horrifying you won't want to believe it.

„On a cold, windy day, I walked through the streets of Umegaoka towards my friend the draughtsman's flat.
I was carrying eleven files.“

Meine Meinung

„Strange Buildings“ ist inzwischen mein drittes Buch von Uketsu und ich merke, wie sehr ich seinen Stil inzwischen verinnerlicht habe. Nach „HEN NA E - Seltsame Bilder“ und „HEN NA IE - Das seltsame Haus“, die ich beide auf Deutsch gelesen habe, war es diesmal die englische Ausgabe, die mich wieder komplett in ihren Bann gezogen hat. Und obwohl ich dachte, nach zwei Büchern wüsste ich ungefähr, was mich erwartet, hat mich dieser Band mit seinen elf Interviews, elf Familienschicksalen und elf seltsamen Gebäuden mitten in Japan erneut überrascht. Diesmal sind die Dimensionen noch größer, die Erzählstruktur noch komplexer und die Atmosphäre noch unheimlicher.

Besonders fasziniert hat mich, wie Uketsu die Interviews nutzt, um die Stimmen der Betroffenen direkt sprechen zu lassen. Manche Geschichten wirken wie reine Familiendramen, andere sind eher gruselig, und wieder andere erzeugen ein beklemmendes Gefühl, das ich nicht sofort zuordnen konnte. Die vielen Grundrisse, Pläne und Zeichnungen im Buch laden wie immer dazu ein, länger auf den Seiten zu verweilen, Details zu suchen und Hinweise zu kombinieren. Ich liebe dieses Element an Uketsus Büchern – es macht das Lesen zu einer Art Rätselspiel, das sich nicht nur im Text, sondern auch in der visuellen Gestaltung entfaltet.

Obwohl mir die Rätselraterei diesmal leichter fiel, lag ich am Ende trotzdem völlig daneben. Uketsu hat es erneut geschafft, die einzelnen Erzählstränge so kunstvoll miteinander zu verweben, dass sich erst zum Ende hin ein schlüssiges Gesamtbild ergibt. Und obwohl das Ende logisch ist, hat es mich gleichzeitig verstört, weil während der Auflösung noch einige wirklich schlimme Dinge ans Licht kommen. Die zusätzlichen Seiten im Vergleich zu seinen früheren Büchern merkt man deutlich – „Strange Buildings“ ist umfangreicher, dichter und noch raffinierter konstruiert.

Nach den Interviews folgt der Teil, in dem der Autor seinem Freund Kurihara die Unterlagen zeigt, und dieser wieder in den Ermittlermodus schaltet. Dieser Übergang hat mir besonders gefallen, weil er die zuvor verstreuten Hinweise zusammenführt und die Puzzle-Teile an ihren Platz rücken lässt. Diese besondere Mischung aus Mystery, Architektur-Rätsel und psychologischem Horror macht Uketsus Bücher für mich so einzigartig. Wer aber krassen Horror mit grausigen Beschreibungen und viel Blut erwartet, ist hier fehl am Platz. Uketsu setzt den Horror in seinen Büchern sehr subtil ein und dieser ist oft nur unterschwellig spürbar durch Gänsehaut und Beklemmung.

Mit der Ankündigung des nächsten Bandes „Strange Maps“ steigt meine Vorfreude jetzt schon. Wenn die Dimensionen dort tatsächlich noch einmal anwachsen sollen, bin ich sehr gespannt, welche neuen Rätsel Uketsu diesmal für uns bereithält. Für alle, die japanische Krimis, Locked-Room-Mysteries oder ungewöhnliche Erzählkonzepte mögen, kann ich „Strange Buildings“ nur wärmstens empfehlen.

Fazit

Ein verstörend cleveres, atmosphärisch dichtes und visuell faszinierendes Mystery‑Erlebnis, das mich trotz aller Erfahrung mit Uketsus Stil wieder überrascht hat.

Kennt ihr Uketsu schon und habt ihr vielleicht eines seiner Bücher gelesen? Welche Erfahrungen habt ihr mit seinem Stil gemacht?

Mein Rating: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)

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