Translate

Dienstag, 30. Juni 2026

[Rezension] Sophie Irwin: How to Lose a Lord in Ten Days

Buchcover

Autorin: Sophie Irwin

Übersetzung: Hannah Brosch, Kristina Koblischke

Seiten: 432 Seiten

Format: Paperback

Verlag: Knaur Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 01.07.2026

ISBN: 978-3426565117

Sprache: Deutsch

Genre: Historical / Romance / Rom-Com

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆

📘 Buch bei Amazon ansehen(*)

Bildquelle / Cover: Goodreads / © Knaur Taschenbuch / © Coverdesign: ZERO Werbeagentur GmbH, München, Übernahme des Original-Coverumschlags von HarperCollins, Coverabbildung: Cover Gestaltung ZERO Werbeagentur, unter Verwendung des Designs von Emily Langford/HarperCollinsPublishers Ltd und der Illustration von Sarah Madden
Klappentext: © Sophie Irwin / Knaur Taschenbuch



Worum geht's?

Lord Ashford ist berühmt, reich und gut aussehend – jede Frau in England will ihn heiraten. Schade nur, dass er Miss Lydia Hanworth einen Heiratsantrag gemacht hat, der einzigen Frau, die ihn nicht haben will. Lydia, die von ihrer Familie unter Druck gesetzt wurde, Ashfords Antrag anzunehmen, ist fest entschlossen, sich aus dieser mit Sicherheit lieblosen Ehe zu befreien – denn sie könnte niemals jemanden lieben, der so furchtbar arrogant und verklemmt ist wie Ashford. Auf der berüchtigtsten Hausparty des Jahres treffen sie aufeinander, und zehn Tage vor der Bekanntgabe der Verlobung will Lydia alles tun, um Ashford ein für alle Mal loszuwerden. Selbst wenn das bedeutet: schlecht erzogen, schrecklich gekleidet, hohlköpfig und so unglaublich irritierend zu sein, dass Ashford den Tag bereuen wird, an dem er sie jemals zu Gesicht bekommen hat. Eigentlich kann nichts schiefgehen. Außer natürlich, sich zu verlieben ...

„Sie würde Ashford nicht heiraten, dessen war sie sich sicher - und ebenso wenig würde sie zu Tante Mildred verbannt werden. Sie wusste noch nicht, wie, doch sie würde sich etwas einfallen lassen. In zehn Tagen konnte man einiges erreichen.“

Meine Meinung

Danke an Knaur Taschenbuch für das Rezensionsexemplar über NetGalley!

"How to Lose a Lord in Ten Days" hat mich auf eine angenehm leichte, aber dennoch vielschichtige Reise durch die Regency‑Zeit mitgenommen. Erst nach dem Lesen habe ich erfahren, dass es Band 3 der "A Lady’s Guide"-Reihe ist. Normalerweise stört mich so etwas, doch hier war es völlig egal: Die Handlung ist in sich abgeschlossen, und man kann das Buch problemlos genießen, ohne die vorherigen Bände zu kennen.

Sophie Irwin fängt die Regency‑Atmosphäre sehr überzeugend ein. Die gesellschaftlichen Strukturen und Hierarchien sind klar spürbar – besonders die Tatsache, dass Frauen kaum eine Wahl haben, wenn es um die Suche nach einem Ehemann geht. Ausbildung, Auftreten, Aussehen: Alles ist darauf ausgerichtet, eine möglichst gute Partie zu machen. Liebe spielt keine Rolle, und einen Antrag abzulehnen ist unmöglich, wenn der Gentleman gesellschaftlich über der eigenen Familie steht. Genau das trifft Miss Lydia Hanworth, eine Kaufmannstochter, die den Antrag des reichen Lord Ashford – Spross eines Dukes – annehmen muss, obwohl sie ihn absolut nicht ausstehen kann.

Die gesamte Geschichte baut darauf auf, dass Lydia diesen Mann loswerden will. Und zwar in zehn Tagen. Was ich besonders erfrischend fand: Sie zieht diesen Plan konsequent durch. Oft werfen Protagonisten solche Vorhaben nach wenigen Kapiteln über den Haufen und verlieben sich Hals über Kopf. Hier nicht. Die Autorin bleibt ihrem roten Faden treu und schneidet ihn nicht bei der Hälfte ab – das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Lydia selbst ist eine wunderbar eigenwillige Figur. Sie hält wenig von den Konventionen ihrer Zeit, liest gerne, macht sich nichts aus Ehemännern und feinen Manieren und möchte vor allem Freiheit. Bei der Hausparty wirft sie ihren Stolz über Bord und präsentiert sich absichtlich als Dummchen mit schrecklichem Geschmack – was zu einigen wirklich lustigen Szenen führt. Gleichzeitig ist sie keine perfekte Cinderella: Fremdsprachen liegen ihr nicht, sie ist stolz, stur und hört oft nur halbe Gespräche, aus denen sie sich eigene Geschichten zusammenreimt. Im Grunde macht sie also genau das, was sie an Lord Ashford kritisiert – voreilige Schlüsse ziehen. Normalerweise mag ich den Missverständnis‑Trope gar nicht, aber hier hat er gepasst, weil kein künstliches Liebesdrama entsteht. Stattdessen entstehen komödiantische Momente, die gut zur Geschichte passen.

Manchmal driftet der Humor allerdings etwas ins Lächerliche ab. Ein Beispiel: Lord Ashford klettert an der Hausmauer herunter, bleibt in den Blumen hängen, weil unten Leute auf der Terrasse stehen. Ich denke doch, dass man bemerken würde, wenn ein erwachsener Mann sich krampfhaft an einem Rankgitter festhält und versucht, sich zu verstecken. Auch manche Streiche wirkten etwas zu kindisch – und genau deshalb gibt es von mir einen Stern Abzug.

Lord Ashfords Charakter bleibt lange ein Geheimnis. Sein arrogantes, gefühlskaltes Auftreten und die ständigen Schnupftabak‑Momente haben mich anfangs eher genervt, besonders in Situationen, in denen eigentlich eine emotionale Reaktion kommen sollte. Seine Vergangenheit ist tragisch und erklärt vieles, und gleichzeitig merkt man, dass er deshalb Vorurteile gegenüber Frauen hat. Doch ebenso spürt man seine Fürsorge – etwa gegenüber seiner Cousine Lady Phoebe. Die Nebencharaktere sind vielfältig, teils unsympathisch, teils herrlich lustig, und die Geschichte mischt Komödie mit Krimi‑Elementen und kleinen dramatischen Wendungen. Zu viel kann man an dieser Stelle nicht verraten, ohne die Handlung zu spoilern – aber die verschiedenen Stränge fügen sich am Ende stimmig zusammen

Das Ende hat mir richtig gut gefallen, weil es nicht das klassische Happily Ever After ist, das man aus solchen Romanen kennt. Stattdessen bleibt es bewusst offener gestaltet und lässt Raum für eigene Gedanken, was für diese Geschichte erstaunlich gut funktioniert.

Fazit

Ein unterhaltsamer Regency‑Roman mit klarer Linie, starken Figuren und einer gelungenen Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und leichten Krimi‑Elementen. Manche Streiche waren mir zu albern, doch insgesamt ein charmantes Leseerlebnis.

Welche Art von historischen Romanen lest ihr am liebsten – solche mit viel Humor, eher ernste Geschichten oder eine Mischung aus beidem?

Mein Rating: ⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)

(*)Hinweis: Der Link ist ein Amazon‑Affiliate‑Link. Wenn du darüber kaufst, unterstützt du Das Buch‑Café – für dich bleibt der Preis gleich.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schön, dass ihr lieben Leser es bis hierher zu den Kommentaren geschafft habt!! ♥
Es wäre sehr lieb von euch, wenn ihr jetzt aber nicht einfach geht, sondern mir eure Meinung in einem kleinen Kommentar mitteilt!! ♥

♥♥Vielen Dank!!♥♥


Mit dem Absenden eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass die von dir eingegebenen Daten
(Name, Kommentartext und ggf. Profilinformationen) gespeichert und verarbeitet werden.
Diese Daten werden ausschließlich zur Darstellung und Verwaltung der Kommentare genutzt.
Weitere Informationen findest du in meiner Datenschutzerklärung.