The Decagon House Murders (The Bizarre House Mysteries #1)
Autor: Yukito Ayatsuji
Seiten: 288 Seiten
Format: Paperback
Verlag: Pushkin Vertigo
Sprache: Englisch
Genre: Mystery / Rätselkrimi / Japanische Literatur / Shin-Honkaku / Honkaku-Mystery
Bewertung:
Bild- und Klappentextquelle: Goodreads / Pushkin Vertigo / Yukito Ayatsuji
Worum geht's?
The lonely, rockbound island of Tsunojima is notorious as the site of a series of bloody unsolved murders. Some even say it’s haunted. One thing’s for sure: it’s the perfect destination for the K-University Mystery Club’s annual trip. But when the first club member turns up dead, the remaining amateur sleuths realise they will need all of their murder-mystery expertise to get off the island alive. As the party are picked off one by one, the survivors grow desperate and paranoid, turning on each other. Will anyone be able to untangle the murderer’s fiendish plan before it’s too late?
„It was not the plot that was vital, but the framework. A framework in which it was always possible to make the best choice, depending on the circumstances at the time.“
Meine Meinung
„The Decagon House Murders“ war für mich der Einstieg in die Welt der Honkaku‑ und Shin‑Honkaku‑Krimis. Der Anfang zieht sich ein wenig, aber sobald die Ereignisse auf der Insel ins Rollen kommen, war ich komplett gefesselt. Das Miträtseln macht richtig Spaß – man stellt Theorien auf, kombiniert Hinweise und merkt schnell, dass man doch nicht alles durchschaut. Schon am Anfang hat man zwar eine Vermutung, wer der Täter sein könnte, aber gerade das macht es spannend: Man liest weiter, um herauszufinden, ob man richtig liegt oder völlig danebenliegt. Genau dieses Mitdenken ist für mich der größte Reiz an solchen Rätselkrimis.
Die Figuren auf der Insel bleiben bewusst vage, was mich anfangs irritiert hat, weil sie kaum mehr als Spitznamen und Studienfächer bekommen. Gleichzeitig passt das zum klassischen Whodunit, der stärker auf Logik als auf Charaktertiefe setzt. Mir hat hier der Manga als Ergänzung geholfen, weil ich dadurch klarere Bilder im Kopf hatte und die Figuren nicht nur als schemenhafte Silhouetten wahrgenommen habe. Besonders gut funktioniert der Wechsel zwischen Insel und Festland: Auf der Insel wird die Lage immer bedrohlicher, während die Ermittler auf dem Festland in Ruhe nachdenken können. Das baut eine stetige Spannung auf und erinnert natürlich an Vorbilder wie Agatha Christies „Und dann gabs keines mehr“, das Ayatsuji offensichtlich kennt, aber nicht einfach kopiert.
Ein paar Dinge haben mich trotzdem gestört. Für einen Detektivklub verhalten sich die Studierenden erstaunlich wenig wie Menschen, die sich intensiv mit Krimis beschäftigen – niemand sorgt für eine Möglichkeit, das Festland zu erreichen, was fast schon unfreiwillig komisch wirkt. Auch die weiblichen Figuren bleiben blass und wirken oft so, als seien sie nur für Nebenrollen vorgesehen. Gerade bei einem Detektivklub hätte ich mir stärkere, aktivere Studentinnen gewünscht, die mehr tun als verschreckt sein und Kaffee kochen. Der Stil ist stellenweise trocken, was bei japanischen Übersetzungen häufiger vorkommt, aber das Rätsel trägt das Buch problemlos. Der Rückblick des Täters am Ende war für mich ein echtes Highlight und hat mich richtig gepackt. Das Finale bringt alles sauber zusammen und schließt die Geschichte rund ab.
Trotz einiger Schwächen bleibt das Buch für mich ein clever gebauter, klassischer und gleichzeitig moderner Rätselkrimi, der mich tief in die Welt der Shin‑Honkaku‑Mysteries hineingezogen hat. Und er hat mich neugierig auf viele der erwähnten Autor:innen gemacht, von denen ich vorher kaum jemanden kannte.
Fazit
Ein spannender, logisch aufgebauter Krimi, der zum Mitdenken einlädt und klassische Elemente frisch interpretiert. Perfekt für alle, die Rätsel lieben und sich gern herausfordern lassen.
Welche Art von Krimielementen zieht euch am meisten an – das Miträtseln, die Atmosphäre oder starke Figuren?
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