HEN NA IE - Das seltsame Haus
Autorin: Uketsu
Seiten: 224 Seiten
Format: Hardcover
Verlag: Bastei Lübbe
Sprache: Deutsch
Genre: Krimi / Horror / Japanische Literatur
Bewertung:
Bildquelle: Goodreads / Bastei Lübbe / Uketsu
Worum geht's?
Was, wenn der Grundriss eines Hauses nicht nur Wände zeigt - sondern Verbrechen? Ein junger, auf Okkultismus spezialisierter Autor wird von einem Bekannten gebeten, sich den Grundriss eines Hauses und Kaufobjekts anzuschauen, auf dem ein versteckter Raum zu sehen ist. Und es gibt noch weitere Merkwürdigkeiten, die darauf hindeuten, dass das Haus zu üblen Zwecken benutzt wurde. Wer waren wohl die Bewohner dieses Hauses? Stimmt es, dass ein eingesperrtes Kind darin Morde begangen hat? Oder dass der Mann einer jungen Frau darin auf unerklärliche Weise ums Leben kam? Sicher ist: Hinter der harmlosen Fassade steckt viel mehr, als auf den ersten Blick scheint - und die dunklen Geheimnisse, die das seltsame Haus birgt, sind gefährlich ...
„Schauen Sie sich doch einmal das Kinderzimmer an! Fällt Ihnen denn da gar nichts auf?“
Meine Meinung
„HEN NA IE - Das seltsame Haus“ hat mich schon mit seinem ungewöhnlichen Einstieg gepackt, denn der Roman beginnt nicht mit einem klassischen Verbrechen, sondern mit einem Hausplan, der auf den ersten Blick völlig normal wirkt. Doch je genauer man hinsieht, desto verstörender werden die Details. Das Haus besitzt eine beinahe groteske Anzahl an Fenstern, als wollten die Bewohner ständig beobachtet werden – und doch ist ausgerechnet das Kinderzimmer vollkommen fensterlos. Noch irritierender ist die Toilette direkt neben dem Kinderzimmer, ein Detail, das so unpassend und intim wirkt, dass es sofort Fragen aufwirft. Vor diesem Raum erstreckt sich ein Flur, der zusätzlich durch eine weitere Tür abgetrennt ist, als solle etwas verborgen oder eingeschlossen werden. Diese architektonischen Merkwürdigkeiten erzeugen eine unterschwellige Beklemmung, die sich langsam, aber stetig ausbreitet.
Inmitten dieser rätselhaften Architektur tritt Kurihara auf den Plan, einer der Ermittler, dessen Fantasie ebenso verstörend wie treffsicher ist. Er interpretiert die seltsamen Elemente des Grundrisses mit einer Mischung aus kindlicher Vorstellungskraft und unheimlicher Gewissheit – und das Beunruhigende daran ist, dass seine Ideen sich immer wieder als wahr herausstellen. Seine Art, die Räume zu „lesen“, macht ihn faszinierend, aber auch zutiefst unberechenbar. Ich ertappte mich mehrfach dabei, ihm nicht ganz zu trauen, als würde er selbst mehr über das Haus wissen, als er zugibt.
Obwohl das Buch nicht auf klassische Spannung setzt – viele Antworten werden nach und nach enthüllt, statt lange im Dunkeln zu bleiben – blieb ich dennoch durchgehend gefesselt. Die Handlung driftet gelegentlich ins Abstrakte ab, doch gerade diese surreale Qualität passt perfekt zu einem Roman, der sich um ein Haus dreht, das sich jeder Logik entzieht. Die stetige Mischung aus unterschwelliger Unruhe, rätselhaften Wendungen und einer Atmosphäre, die sich wie ein seltsamer Traum anfühlt, hat mich immer weiter in die Geschichte hineingezogen.
Fazit
Ein ungewöhnlicher Mystery‑Roman, der weniger durch klassische Spannung als durch seine unheimliche Atmosphäre, seine rätselhaften Details und seine eigenwilligen Figuren überzeugt. Wer Freude an subtilen Gänsehautmomenten hat, wird hier definitiv fündig.
Würdest du ein Haus betreten, dessen Grundriss schon beim ersten Blick ein ungutes Gefühl auslöst – oder würdest du lieber draußen bleiben?
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Schön, dass ihr lieben Leser es bis hierher zu den Kommentaren geschafft habt!! ♥
Es wäre sehr lieb von euch, wenn ihr jetzt aber nicht einfach geht, sondern mir eure Meinung in einem kleinen Kommentar mitteilt!! ♥
♥♥Vielen Dank!!♥♥