The Bright Years
Autorin: Sarah Damoff
Seiten: 288 Seiten
Format: Hardcover
Verlag: Simon & Schuster
Sprache: Englisch
Genre: Historical / Gesellschaftsroman
Bewertung:
Bild- und Klappentextquelle: Goodreads / Simon & Schuster / Sarah Damoff
Worum geht's?
Ryan and Lillian Bright are deeply in love, recently married, and now parents to a baby girl, Georgette. But Lillian has a son she hasn’t told Ryan about, and Ryan has an alcohol addiction he hasn’t told Lillian about, so Georgette comes of age watching their marriage rise and fall. When a shocking blow scatters their fragile trio, Georgette tries to distance herself from reminders of her parents. Years later, Lillian’s son comes searching for his birth family, so Georgette must return to her roots, unearth her family’s history, and decide whether she can open up to love for them—or herself—while there’s still time.
„I’ve learned how big of a dream it is to have a small life. That the cost of ambition is high.“
Meine Meinung
Dieses Buch hat mich stark beschäftigt, nicht zuletzt, weil es Themen berührt, die ich aus meiner eigenen Vergangenheit kenne. Mein Vater war Alkoholiker, und vieles, was Ryan im Buch tut, hat alte Wunden wieder aufgerissen. Genau deshalb konnte ich seine Darstellung nicht einfach neutral betrachten. Für mich bleibt klar: Ryan hatte Entscheidungen zu treffen – und er hat sie getroffen. Immer wieder falsch. Er suchte Ausreden in seiner Kindheit und in seinem Schmerz, statt Verantwortung zu übernehmen.
Besonders irritiert hat mich, dass er weder für seine Mutter noch für seine Frau gegen seine Sucht ankämpfte. Nicht einmal für die Tochter, die er sich so sehr gewünscht hatte. Er wusste genau, was Alkohol anrichten kann, er hatte das Leid seiner Mutter miterlebt – und trotzdem tritt er in die Fußstapfen seines Vaters, weil er überzeugt ist, den Alkohol im Griff zu haben. Besonders unfair empfand ich, dass er Lillian zu einem Kind drängt, obwohl sie klar sagt, dass sie nicht bereit ist. Doch er lässt nicht locker, und schließlich gibt sie nach. Selbst nach der Fehlgeburt hält er an seinem Wunsch fest, obwohl Lillian große Angst vor einem erneuten Verlust hat. Als Jet schließlich geboren wird und Ryans Alkoholkonsum außer Kontrolle gerät, flieht er. Er lässt die Jahre verstreichen und übernimmt kaum Verantwortung für seine Tochter. Statt Reue zu zeigen, entschuldigt er sich immer wieder damit, dass er „kein Schreier“ sei wie sein Vater.
Erst als seine Enkelin zur Welt kommt, wird er aktiv. Für mich wirkte das weniger wie echte Einsicht, sondern eher wie der Versuch, sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Es fühlte sich an, als wolle er Jets verpasste Kindheit durch Apricity nachholen und sich selbst beweisen, dass er doch ein guter Vater oder Großvater sein kann – nur eben viel zu spät.
Ganz anders habe ich die Kapitel von Elise, Lillian und Jet erlebt. Sie waren für mich die stärksten Figuren des Buches. Ihre Perspektiven zeigen, dass man gehen darf, wenn jemand nicht bereit ist, sich helfen zu lassen. Dass man sein eigenes Leben schützen darf. Ich habe mit ihnen mitgefiebert und gehofft, dass sie ihren eigenen Weg finden, frei von Ryans Schatten.
Umso schwerer fiel es mir zu akzeptieren, dass sie ihm immer wieder Chancen geben – und immer wieder enttäuscht werden. Lillians Leben steht zwar nicht still, aber man spürt ständig, dass sie innerlich wartet, bis Ryan „gesund“ zurückkehrt. Jet leidet unter den gebrochenen Versprechen und kann sich dennoch nicht vollständig von ihrem Vater lösen. Einzig Elise bleibt konsequent. Sie liebt ihren Sohn, aber sie lässt ihm sein Verhalten nicht durchgehen. Sie hält Abstand, wenn es nötig ist, und sagt Lillian offen, dass sie sich nicht verletzen lassen soll. Für Jet ist sie eine wichtige Stütze.
Ich hätte mir gewünscht, dass der Roman diese Stärke der Frauen konsequenter in den Mittelpunkt stellt, statt am Ende doch wieder Ryans späte „Läuterung“ hervorzuheben. Dadurch wirkte es, als laufe die gesamte Handlung letztlich auf seine Entwicklung hinaus, während die Frauen, die so viel tragen, in den Hintergrund rücken.
Trotz meiner Kritik hat mich das Buch emotional erreicht. Es ist intensiv, ehrlich und oft schmerzhaft – nur das Ende hat für mich einen Teil seiner Wirkung abgeschwächt.
Fazit
Ein bewegender Roman mit starken Frauenfiguren, der jedoch durch seinen versöhnlichen Blick auf Ryan an Kraft verliert. Lesenswert, aber nicht ohne Frust.
Wie steht ihr generell zu Geschichten, in denen suchtkranke Eltern am Ende doch noch eine zweite Chance bekommen – berührend oder eher unglaubwürdig?
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♥♥Vielen Dank!!♥♥