Geister in Blackwood House
Autor: Darcy Coates
Seiten: 336 Seiten
Format: Paperback
Verlag: Festa Verlag
Sprache: Deutsch
Genre: Horror / Paranormal
Bewertung:
Bild- und Klappentextquelle: Goodreads / Festa Verlag / Darcy Coates
Worum geht's?
Blackwood House begrüßt seine neuen Besitzer. 100 Jahre des Wartens werden endlich belohnt. Mara ist die Tochter von betrügerischen Spiritualisten. Ihre Kindheit war geprägt von Séancen und vorgetäuschten Geistererscheinungen. Als Mara ihre Familie verließ, schwor sie sich, dass solch dummer Aberglaube nie wieder Platz in ihrem Leben finden wird. Nun lebt sie mit ihrem Freund Neil in einer Welt, die auf Rationalität beruht. Dann kaufen sie das Blackwood House. Sie wurden gewarnt, dass in dem verfallenen Gebäude seltsame Dinge geschehen, und tatsächlich: Türen öffnen sich von allein, in der Nacht hören sie Kinder schreien, ein Schaukelstuhl wippt pausenlos vor sich hin. Doch das ist erst der Beginn des Unheils. Wohnen sie in einem Spukhaus? Mara will davon nichts hören. Das ist nur ausgeklügelter Schwindel … Aber wenn Geister nicht real sind, wer oder was haust dann in ihrem Haus?
„Er sah sie an und kniff leicht die Augen zusammen. ‚Was verschweigst du mir?‘ “
Meine Meinung
Dieses Buch hat mich wirklich zwiegespalten zurückgelassen, und einmal war ich sogar kurz davor, es abzubrechen. Die Atmosphäre im Blackwood House war für mich eindeutig das stärkste Element der Geschichte: unheimlich, drückend und voller kleiner Details, die sofort ein ungutes Gefühl erzeugen — genau so, wie es bei einer guten Geisterhaus‑Story sein soll. Mehrmals war ich so gefesselt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Geistererscheinungen waren intensiv genug, um mir echte Gänsehaut zu bescheren, und genau dieses Gefühl liebe ich an Horrorromanen.
Mit Mara dagegen bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Ich verstehe vollkommen, warum sie alles Übernatürliche ablehnt und warum sie den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen hat — ihre Vergangenheit ist hart, und vieles davon erklärt ihre Abwehrhaltung. Trotzdem hat mich ihr Verhalten gegenüber anderen, besonders gegenüber ihrem Partner Neil, immer wieder irritiert. Schmerz und schlechte Erfahrungen prägen einen Menschen, aber sie rechtfertigen nicht, andere wie Dreck zu behandeln. Diese Mischung aus Härte, Sturheit und ihrer konsequenten Weigerung, Hilfe anzunehmen, hat mich mehrfach aus der Geschichte herausgerissen, weil ich einfach keinen Zugang zu ihr gefunden habe.
Dazu kommt, dass Mara für mich kaum rationale Entscheidungen trifft. Immer wieder reagiert sie impulsiv, unüberlegt oder schlicht widersprüchlich, was mich beim Lesen oft irritiert hat. Ich denke, die Autorin wollte sie als starke und unabhängige Frau darstellen, doch genau dieser Ansatz ist für mich völlig misslungen. Statt Stärke wirkte vieles eher wie Trotz, statt Unabhängigkeit wie Abschottung — und das hat es mir schwer gemacht, sie ernst zu nehmen oder mit ihr mitzufühlen.
Auch beim Ende blieb dieses zweigeteilte Gefühl bestehen. Alles, was das Haus betrifft, fand ich atmosphärisch stark, stimmig und als Abschluss der unheimlichen Ereignisse wirklich gelungen. Maras persönliche Entwicklung hingegen hat mich enttäuscht. Ihr Wandel am Ende wirkte abrupt und passte für mich nicht zu dem, was vorher so ausführlich aufgebaut wurde.
Fazit
"Geister in Blackwood House" ist ein spannendes, atmosphärisches Geisterhaus‑Erlebnis, das vor allem durch seine gruseligen Momente überzeugt. Die Charakterentwicklung der Protagonistin konnte mich jedoch nicht erreichen. Insgesamt ein solides Buch, das mich gut unterhalten hat, auch wenn ich mir an einigen Stellen mehr Tiefe gewünscht hätte.
Reicht dir eine starke, gruselige Atmosphäre, um in eine Horrorgeschichte einzutauchen, oder brauchst du eine Hauptfigur, mit der du wirklich mitfühlen kannst?
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