Der Spuk von Beacon Hill
Autor: Ambrose Ibsen
Seiten: 272 Seiten
Verlag: Festa Verlag
Genre: Horror / Paranormal
Bewertung:
Worum geht's?
Sadie ist 25, arbeitet als Bibliothekarin und hat eine besondere Gabe: Sie ist empfänglich für das Übernatürliche. Ein Freund bittet Sadie, sich mit einem seltsamen Ereignis zu befassen. In einem angeblichen Spukhaus in der Stadt ist ein Mädchen verrückt geworden. Sie versucht seither sich umzubringen, weil sie, so behauptet das Mädchen, von dem Geist einer toten Frau terrorisiert wird. Diesen Geist nennt sie »die Madenmutter«.
Obwohl sie ihre Gabe immer unterdrückt hat, möchte Sadie helfen und betritt das unheimliche Haus. Doch die Geschichte der Madenmutter ist keine Erfindung von einem gestörten Teenager. Der Geist der Toten ist real – und sehr bösartig ...
„Sadie wusste, dass etwas in diesem Haus auf sie wartete – und dass es längst nicht mehr schlief.“
Meine Meinung
Da es mein erstes Buch von Ambrose Ibsen war, wusste ich nicht genau, was mich erwartet. Schon auf den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch weniger auf schnelle Schockmomente setzt, sondern auf eine langsam wachsende, unterschwellige Spannung. Die bedrückende Atmosphäre im Buch hat mich sofort neugierig gemacht. Besonders Sadie, die Hauptfigur, hat mich schnell für sich eingenommen und ich wollte wissen, wie sie mit all den paranormalen Ereignissen umgehen würde.
Sadie wirkt für mich wie eine sehr glaubwürdige junge Frau, die eigentlich nur ihr Leben in den Griff bekommen möchte und dann in etwas hineingerät, das sie weder versteht noch kontrollieren kann. Ich mochte, wie sie anfangs versucht, alles rational zu erklären. Sie übertreibt nicht, sie dramatisiert nicht, sondern versucht, Schritt für Schritt herauszufinden, was in diesem Haus vor sich geht. Gerade diese Bodenständigkeit hat dafür gesorgt, dass die unheimlichen Momente bei mir stärker ankamen. Wenn Sadie Angst bekommt, fühlt es sich nicht wie ein Horror-Klischee an, sondern wie eine echte Reaktion auf etwas, das man selbst nicht erleben möchte.
Der Grusel schiebt sich leise in die Geschichte, bis er kaum noch zu übersehen ist. Besonders die Begegnungen mit der sogenannten „Madenmutter“ haben mich erwischt. Ibsen beschreibt diese Figur nicht übermäßig grafisch, aber genau das macht sie so unangenehm. Dieses Gefühl, dass etwas im Verborgenen kriecht, lebt und beobachtet, hat bei mir einen Ekel-Grusel ausgelöst, der länger nachwirkt als jeder billige Jumpscare. Sadies Mischung aus Abscheu und dem Drang, trotzdem weiter nachzuforschen, hat diese Szenen noch intensiver gemacht. Ich konnte gut nachvollziehen, wie sie innerlich schwankt – zwischen Fluchtinstinkt und dem Bedürfnis, endlich zu verstehen, was in diesem Haus passiert. Auch die subtileren Spukelemente haben bei mir funktioniert: Türen, die sich nicht so verhalten, wie sie sollten, Geräusche ohne erkennbaren Ursprung, und dieses ständige Gefühl, dass Sadie nicht allein ist. Durch ihre nüchterne Art wirken diese Ereignisse nicht überzogen, sondern wie reale Störungen, die sich langsam zu etwas Größerem zusammenfügen. Das Haus selbst fühlt sich wie ein stiller Gegenspieler an, der Sadie immer weiter in seine Geschichte hineinzieht.
Natürlich hat das Buch auch Schwächen. Die Nebenfiguren bleiben im Vergleich zu Sadie eher blass und erfüllen hauptsächlich funktionale Rollen. Manche Wendungen konnte ich früh erahnen, was dem Spannungsbogen ein wenig die Kraft nimmt. Trotzdem trägt Sadie die Handlung so überzeugend, dass diese Schwächen für mich nicht allzu sehr ins Gewicht gefallen sind.
Abschließendes Urteil
Der Spuk von Beacon Hill hat sich für mich als ein atmosphärisches, eher ruhiges Horrorbuch erwiesen, das für mich vor allem deshalb funktioniert, weil Sadie als Figur so glaubwürdig bleibt. Ihre Art, mit den seltsamen Ereignissen umzugehen – vorsichtig, nachvollziehbar und ohne unnötiges Drama – hat dafür gesorgt, dass die unheimlichen Momente bei mir deutlich intensiver ankamen. Gerade weil sie so glaubwürdig bleibt, wollte ich unbedingt wissen, wie sie mit dem Spuk fertig wird und wohin die Geschichte sie führt.
Als erstes Buch von Ambrose Ibsen hat es bei mir definitiv Interesse geweckt, auch wenn erzählerisch nicht alles perfekt ineinandergreift. Trotzdem hat mich die Atmosphäre gepackt, und Sadie war für mich der Grund, warum ich bis zum Schluss drangeblieben bin.
Hast du das Buch auch schon gelesen? Welche Stimmung hat es bei dir hinterlassen – eher Beklemmung, Ekel oder dieses leise, schleichende Unbehagen?
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Schön, dass ihr lieben Leser es bis hierher zu den Kommentaren geschafft habt!! ♥
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