Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san
Autorin: Hika Harada
Seiten: 256 Seiten
Format: Hardcover
Verlag: dtv
Sprache: Deutsch
Genre: Japanische Literatur / Gesellschaftsroman
Bewertung:
Bildquelle: Goodreads / dtv / Hika Harada
Worum geht's?
Ein Jahr ist das kleine Antiquariat in Tokios Bücherviertel Jimbocho geschlossen gewesen, als Sango-san den Rolladen nach oben schiebt. Voll Elan macht sie sich ans Kehren, Abstauben, stellt Bücherkisten nach draußen … nur, was dann? Zeitlebens hat sie sich um die Bedürfnisse anderer gekümmert, aber ein Geschäft hat sie noch nie geführt. Und so drückt sie ihren Kunden überraschende Buchempfehlungen in die Hand und lädt sie zu Tee, Sushi, Sobanudeln oder Curry ein. Lange wird das nicht gut gehen. Zum Glück kann die 70-Jährige auf die Hilfe ihrer Großnichte zählen. Für Mikiki bedeutet der Laden mit den seltenen, längst vergriffenen Büchern mehr, als sie sich bisher eingestanden hat …
„Mikiki-chan, merk dir gut, was man über Bücher zu sagen pflegt: >Berührst du sie, verkaufst du sie.< Wenn ich sie so behandele, werden sie danach auf wundersame Weise von jemandem gekauft.“
Meine Meinung
Hika Harada hat mit „Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san“ ein kurzes, leicht zugängliches, aber zugleich tief berührendes Buch geschrieben. Es gab Momente, die mich zum Lachen gebracht haben, Szenen, die mich zu Tränen rührten, und viele Passagen, die mir ein warmes, wohliges Gefühl vermittelt haben.
Die Figuren wirken allesamt freundlich, herzlich und ein wenig eigen — Menschen mit kleinen und größeren Sorgen, die dennoch eines verbindet: der verstorbene Antiquar Jiro Takashima. Sein Antiquariat wird zu einem Treffpunkt, an dem man über Jiro-san, über Literatur, über Träume und Probleme spricht. Immer begleitet von gutem Essen aus dem Jimbocho-Bezirk und der passenden Lektüre.
Besonders beeindruckt hat mich, wie lebendig Hika Harada das Leben im Stadtteil Jimbocho einfängt. Die vielen Buchläden, Antiquariate, Cafés und Restaurants werden so anschaulich beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst durch die Straßen zu schlendern. An manchen Stellen konnte ich förmlich den Staub der alten Bücher in der Nase kitzeln spüren oder das Rindercurry riechen, das einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Ich habe sogar Google benutzt, um den Figuren auf ihrem Spaziergang durch Jimbocho zu folgen — und dabei eine Menge spannender Dinge über den Bezirk gelernt.
Am Ende des Buches findet sich eine Liste der erwähnten Literatur. Einige der genannten Werke und Autor:innen werde ich mir definitiv noch genauer ansehen. Auch andere Bücher von Hika Harada haben mein Interesse geweckt. „Dinner at the Night Library“ wandert auf jeden Fall auf meine Leseliste.
Fazit
„Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san“ ist ein leises, aber tief berührendes Buch über Freundschaft, Literatur und die kleinen Glücksmomente des Alltags. Hika Harada gelingt es, mit wenigen Worten eine Atmosphäre zu schaffen, die lange nachhallt. Wer Bücher liebt, wird sich in Jimbocho und seinem Antiquariat sofort zuhause fühlen.
Kennst du weitere Romane, die das Flair von Buchläden oder literarischen Begegnungen so schön einfangen? Oder warst du vielleicht selbst schon einmal in Jimbocho und hast dort gestöbert?
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